Köln, den 13. Juni 2008. Das Niehler Hafenmärchen wird weitererzählt. Der Vorstandssprecher der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK), Rolf Bender, schlägt mit seinen jüngsten Äußerungen im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 10. Juni 2008 ein neues Kapitel des Märchens vom vollen Niehler Hafen auf. Seine Stellungnahme zur aktuellen Studie der Aktionsgemeinschaft gegen den Ausbau des Godorfer Hafens ist voller Zahlentricks und Widersprüche. Die Aussagen des HGK-Chefs beweisen, dass man dort weiter auf gezielte Desinformation der Ratsmitglieder und der Bevölkerung in Köln setzt. Die Umnutzungen in Niehl I zugunsten der Container und die vorhandenen Flächen für erweiterte Containernutzungen sind Tatsachen, die von der HGK geleugnet werden, um die Ausweitung in Godorf nicht zu gefährden. Der Rat und die aufsichtführenden Gremien der HGK müssen den Wahrheitsgehalt des Niehler Hafenmärchens endlich objektiv prüfen. Die Aktionsgemeinschaft fordert zudem in einem offenen Brief an die Ratsmitglieder, den Beschluss vom 30. August 2007 zum Ausbau des Godorfer Hafens und zur Zerstörung des Naturschutzgebietes Sürther Aue aufzuheben und damit der bestmöglichen Hafenlösung für Köln den Weg frei zu machen.
Hier der Brief zum Download:080613_offener_brief_an_ratsmitglieder
Rolf Bender behauptet: „Seit 2002 habe sich die Containerumschlagfläche in Niehl nicht mehr verändert“ dies ist ein durchsichtiger Zahlentrick. Er wählt bewusst das Jahr 2002, weil er weiß, dass im Jahr davor in 2001 die Containerfläche in Niehl I auf dem Stapelkai um +17.000 Quadratmeter erweitert worden war. Diese Fläche wird mit der willkürlichen Zeitrechnung ab 2002 unterschlagen und die Öffentlichkeit getäuscht. Gezielt Desinformation ist ebenfalls, dass +22.450 Quadratmeter, die auf dem Stapelkai seit Januar 2008 für den Containerbetrieb umgerüstet werden aber noch nicht in Betrieb gegangen sind, verschwiegen werden.
Die vehement bestrittenen Erweiterungen der Containerfläche in Niehl I sind in einer Presseinformation der HGK vom 27. April 2001 bestens dokumentiert:
· „Um für das weitere Wachstum gerüstet zu sein, wurde jetzt (in 2001 – d. Verf.) das KLV-Terminal Stapelkai erweitert mit einer weiteren Containerbrücke und zusätzlichen Betriebsflächen von rd. 17.000 m², die heute offiziell in Betrieb genommen werden.“
· Die Containerfläche in Niehl I wurde laut Pressemitteilung von 28.000 Quadratmetern in 1989 auf 66.000 qm in 1997 mehr als verdoppelt.
· „Insgesamt stehen im Hafen Köln-Niehl jetzt (2001 – d. Verf.) über 100.000 m² Betriebsfläche mit 5 Containerbrücken (einschließlich Terminal Molenkopf) für den kombinierten Verkehr zur Verfügung. Damit ist eine gute Ausgangsposition vorhanden für weiteres Wachstum.“
Auch die jüngsten Daten zur in Betrieb befindlichen Containerfläche in Niehl I zeigen unverminderte Tendenz nach oben:
· Laut aktueller Website der Betreibergesellschaft des Containerterminals in Niehl I (CTS) beträgt die Freilagerfläche heute 132.000 Quadratmeter (s. dort unter „Technik“). Die Vermessung der Satellitenbilder durch die Hafengegner in 2008 ergab einen vergleichbaren Wert von 119.000 Quadratmetern.
· In den 119.000 Quadratmetern sind bereits eingerechnet die oben genannten +22.450 Quadratmeter, die im HGK-Ausschreibungstext vom 28. August 2007 für die seit Januar 2008 laufende Umnutzung auf dem Stapelkai genannt sind: „Abbruch der vorhandenen Flächen und Kanäle, Neubau von ca. 22.450 m² Umschlagfläche in Betonbauweise (…).“
Hintergrund ist eine aktuelle Studie der Aktionsgemeinschaft. Die Studie weist nach, dass im Niehler Hafen große Flächen für eine erweiterte Containernut-zung vorhanden sind. Insgesamt stehen ca. 337.000 Quadratmeter für die langfristige Erweiterung zu Verfügung. Davon sind kurzfristig rund 115.000 Quadratmeter nutzbar. Der Ausbau des Godorfer Hafens und die Zerstörung des Naturschutzgebietes Sürther Aue sind deshalb überflüssig.
Weitere Informationen zur Studie: Dr. Dieter Neef Köln Sürth Tel.: 0171 / 899 19 19
E-Mail: dieter.neef@t-online.de und Webseite : www.suether-aue-retten.de



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