Bonn- Es ist ein kleines sympathisches Sommerfest. Man könnte es eher als Nachbarschaftstreffen bezeichnen. Die Bewohner der Bismarckstr in der Bonner Südstadt mögen es. Seit 30 Jahren gibt es das Sommerfest der Bonner Südstadt SPD. Jazzpack Cologne war der letzte Event des Tages.
Unter den wunderschönen Bäumen saßen viele der Besucher an Biertischen- und Bänken. Einige standen mitten auf der Straße. Einige rollten auf dem Rad vorbei und bleiben stehen um den Tönen der Kölner Band zu lauschen.
Es war wie man so schön sagt: Unbekannter trifft Unbekannten und beide wissen um Bekanntes! Als Bekannte ja fast Freunde geht man auseinander. Als kenne man sich Jahre.
Für Bonner ist Jazz kein Neuland. Für die Madame Saxophon Regine Beul, war mitten in ihrem Veedel zu spielen Neuland. Die Jazzpack Saxophonistin wohnt halt direkt um die Ecke. Heimspiel für Regine.
Das wurde begeistert aufgenommen. Satter Szenenapplaus für Solos.
Das witzige Entertainment von “se Voise” Jochen Börner sorgte in der illusteren Runde der Südstädter für eine Menge Gelächter und vergnügter Gesichter. Das war so gut so.
Sogar dem sonst so strengen, konzentrierten Gesichtsausdruck von Bassmann Ralf Langen, entlockte es ein fettes Grinsen und den einen oder anderen Lacher. Trieb ihn nach vorn. Er ließ sich verleiten. Klopfte mit dem Daumen. Was er sonst nicht tut. Es tat Allen gut. Die satten Töne aus dem kleinen Bass Amp trafen ihr Ziel.
Es sind ja nur Jazz Standards. Man kennt alle Lieder. Nichts besonderes und doch: ” Ihr habt Euch aber nur die Sahne Stückchen ausgesucht”, sagt eine nette junge Frau strahlend.
Die Jazz Polizei würde sagen, man kann es nicht mehr hören. Stimmt nicht. Jazzpack Cologne das ist eine besondere Mischung aus Entertainment und Jazz.
Das ist Spielfreude erleben und differenzierten Klang erleben. Egal wo man steht. Rechts oder links oder hinten. Jedes Instrument ist klar zu erkennen. Harmonisch. Sie verstehen sich. Ich verstehe Sie. Das ist gute Gesprächskultur.Die kommt an.
Kein unverständliches Gebrabbel. Keine Technik Performance. Ich,Du, Er, Sie, können es genießen. Die Oma hält sich die Hände auf die Ohren, der ist es schon fast zu laut. Nun ja mit achtzig kann das sein. Mir ist es nicht zu laut. Ich kann hören und mich unterhalten.
Jazzpack Cologne stört nicht die Unterhaltung sondern schmiegt sich an. Guido Diederichs Piano Töne und das knurrende Sax beim Brecker Blues “Travels” holen New Yorker feeling in die Bonner Südstadt. Schließt du die Augen weißt du nicht mehr wo du wirklich bist. Die Töne passen zu New York. Doch sie landen genau hier, schlagen auf mitten auf der Brust und durchdringen dich. Wunderbar.
Den Blick nach oben. In den Himmel. Himmlisch, wie zwischen den Baumkronen der Himmel blau und klar leuchtet. Brecker’s Töne in Bonn. Es passt. In Bonn ist es leiser. Das ist besser.
Die Hintergrund Melodie ist eine andere. Die Luft ist reiner. Die Leute stehen und rennen nicht.
In News York würdest du die wunderbaren Percussion Sounds von Thomas Classen nicht hören. Hier gelingt es. Die Füsse und Köpfe an den Tischen tanzen mit. Genau im Takt.
Die Leute bleiben.
Sie wollen nicht gehen um 20°° wie geplant. Die Band muss bleiben. Eine halbe Stunde später. Sie wollen immer noch mehr, geben nicht auf. Rufen, Zugabe in den Nachthimmel über Bonn. Es ist vorbei. Es tat gut und war schön. Man will sich wiedersehen. Ein andermal. Tschüss Bonn. Maat et joot.

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